Warum läuft mein Waschbecken im Badezimmer langsam ab?

Warum läuft mein Waschbecken im Badezimmer langsam ab?

Kennst du das? Du willst dir morgens schnell die Zähne putzen, doch das Wasser im Waschbecken läuft nur noch in Zeitlupe ab. Statt eines freien Abflusses hast du eine kleine, stehende Pfütze vor dir. Na toll. Bevor du jetzt die halbe Drogerie leer kaufst oder gleich den Klempner rufst, schauen wir uns mal an, woran das liegen kann – und was du dagegen tun kannst.

Die häufigsten Ursachen für einen verstopften Abfluss

Bevor wir zur Tat schreiten, klären wir erst mal, warum dein Waschbecken überhaupt so lahm ist. Hier sind die üblichen Verdächtigen:

  • Haare – Gerade wenn du lange Haare hast oder dich über dem Waschbecken rasierst, sammeln sich schnell kleine Haarbüschel im Abfluss. Zusammen mit Seifenresten werden sie zur perfekten Blockade.
  • Seifen- und Zahnpastareste – Die Reste von Seife oder Zahnpasta können sich im Rohr ablagern und eine klebrige Masse bilden. Besonders Naturseifen sind dafür bekannt, da sie mit kalkhaltigem Wasser reagieren und sich festsetzen.
  • Fett und Hautschuppen – Klingt nicht schön, passiert aber ständig: Die Öle aus Pflegeprodukten, Hautschuppen und Kosmetikreste vermischen sich und bilden eine zähe Schicht.
  • Kalkablagerungen – In Regionen mit hartem Wasser kann sich Kalk im Rohrinneren ablagern, wodurch der Durchfluss immer weiter eingeschränkt wird.
  • Fremdkörper – Manchmal fällt etwas ins Waschbecken, das da nicht hingehört. Wattepads, Haarklammern oder sogar kleine Schmuckstücke können den Abfluss blockieren.
  • Siphon-Probleme – Der Siphon unter deinem Waschbecken ist eine klassische Engstelle. Dort setzen sich Ablagerungen besonders gerne fest.

Was du selbst tun kannst – ohne gleich den Klempner zu rufen

Zum Glück gibt es einige Tricks, mit denen du dein Waschbecken wieder flott bekommst. Probier mal Folgendes:

1. Heißes Wasser – die schnellste Lösung

Bevor du zu Chemie greifst, versuch’s doch mal mit einem einfachen Trick: Gieß einen Liter kochendes Wasser direkt in den Abfluss. Manchmal reicht das schon, um Seifenreste oder Fette zu lösen.

Wann es funktioniert: Wenn nur leichte Ablagerungen schuld sind. Wann es nicht reicht: Wenn sich schon ein richtiger Pfropf gebildet hat.

2. Der gute alte Pümpel (Saugglocke)

Ein Klassiker: Der Pümpel kann helfen, den Schmutzpfropf loszulösen. Dafür einfach den Überlauf mit einem nassen Lappen abdichten, den Pümpel über den Abfluss setzen, etwas Wasser ins Becken laufen lassen und dann kräftig pumpen.

Pro-Tipp: Falls du keinen Pümpel hast, kannst du eine Plastikflasche mit abgeschnittener Unterseite als Notlösung nutzen.

3. Natron und Essig – die chemiefreie Wunderwaffe

Natron und Essig reagieren miteinander und können Ablagerungen aufsprengen. So geht’s:

  • Zwei Esslöffel Natron oder Backpulver in den Abfluss geben.
  • Eine halbe Tasse Essig hinterherkippen – es sollte schön schäumen.
  • Zehn Minuten warten und mit heißem Wasser nachspülen.

Warum das hilft: Die Mischung löst Fett und Seifenreste besonders gut.

4. Den Siphon reinigen – wenn nichts mehr geht

Falls der Abfluss immer noch verstopft ist, könnte der Siphon schuld sein. Keine Sorge, das klingt schlimmer als es ist:

  • Stell einen Eimer unter den Siphon, damit kein Wasser auf den Boden tropft.
  • Dreh die Überwurfmuttern vorsichtig auf und nimm den Siphon ab.
  • Spül ihn gründlich aus und entferne Ablagerungen.
  • Alles wieder zusammenschrauben und testen.

Wann du das machen solltest: Wenn alle anderen Methoden versagen.

Wann du den Profi rufen solltest

Nicht jeder Abfluss lässt sich mit Hausmitteln retten. Wenn …

  • … das Wasser trotz aller Maßnahmen nicht abläuft,
  • … du einen üblen Geruch aus dem Abfluss wahrnimmst, der nicht weggeht,
  • … Wasser irgendwo austritt, wo es nicht sollte,
  • … das Problem immer wieder auftritt,

… dann ist es Zeit für den Fachmann. Ein professioneller Rohrreiniger kann mit Spezialwerkzeug (z. B. einer Spirale) tiefsitzende Verstopfungen entfernen, ohne dass du dein halbes Badezimmer auseinandernehmen musst.

So verhinderst du zukünftige Verstopfungen

Damit du das Drama nicht in ein paar Wochen wieder hast, gibt’s hier ein paar einfache Präventionstipps:

  • Sieb in den Abfluss legen: So verhinderst du, dass Haare und größere Partikel ins Rohr gelangen.
  • Regelmäßig heißes Wasser durchlaufen lassen: Einmal pro Woche einen Liter heißes Wasser in den Abfluss kippen hilft, Ablagerungen vorzubeugen.
  • Weniger Seife und Zahnpasta verwenden: Besonders festere oder natürliche Seifen können problematisch sein.
  • Fett vermeiden: Kein Speiseöl oder andere Fette in den Abfluss kippen – die gehören in den Müll.
  • Den Siphon ab und zu checken: Einmal im Jahr ausbauen und reinigen, bevor es zur Verstopfung kommt.

Fazit – kleines Problem, einfache Lösung

Ein langsam ablaufendes Waschbecken ist nervig, aber meist kein Weltuntergang. Mit ein bisschen Hausverstand (und vielleicht einem Pümpel) kriegst du das in den meisten Fällen selbst hin. Und falls doch mal nichts mehr geht – keine Panik. Der Klempner ist nur einen Anruf entfernt. 😉

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